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Auf der Wörterwiese erblühen immer wieder Gedichte, vielleicht auch mal eine Geschichte... Wie in der Natur empfiehlt es sich auch hier einfach zu schauen, was gerade so wächst und blüht!

Und hier geht es direkt zu meinen Buchveröffentlichungen:

2011: Knisternde Buchenzweige - Lagerfeuergeschichten

 2009: Zauberhafte Wortgespinnste - Eine Reise durch den Jahreskreis

 

Dichtkunst

Worte, die wie silbrig’ Glitzerflocken fallen,
wie tausend Töne feenfroh erschallen,
wie berauschend bunte Blumen beständig neu erblühen,
wie wilde Winde alles wundersam durchwehen.
 
Worte, wie ein fröhlich glucksend Bach,
machtvoll wie ein Zug im Schach,
ehrlich wie ein kleines Kind,
ausgefallen wie es Orchideen sind.
 
Berührt, wer solche Worte hat gehört,
drum wurden Dichter einst sehr hoch geehrt,
Ist Sprache geordnet wie die Kultur,
Poesie ist die zaubrig’ wildschöne Natur!
 
(Veronika Puzio, Oktober 2008)
 
 

Der Felsenmahler

Wer malert am Abend und gar in der Nacht?
Der Felsenmahler, der seltsame Dinge macht!
Er rollt den Teppich, schafft Eimer her,
nicht einen, es werden gar viele mehr.
 
“Hey Mahler, Maler, was machst Du denn da?”
“Ich mal’ die Wand an, das ist doch klar!
Hier draußen am Abend, wenn keiner mich stört.”
“Doch ich, ich hab’ Dich gesehen, auch gehört!”
 
- Meine Lampe, die macht mir nicht so viel Licht,
so genau nehm’ ich’s mit dem Malern ja nicht.
Ich bin billig und darum nimmt man mich gern,
vor allem, wenn der Auftraggeber lebt fern! -
 
“ Hey Mahler, Maler, wann bist an welchem Ort?
Wann bring’ ich die Blumen weit weg von Dir fort?”
“Nur ruhig, bleib’ ruhig, das brauchst Du doch nicht,
ich mach’ das schon! Was ziehst jetzt panisch Gesicht?”
 
- Was interessiert mich schon der grüne Mist?
Ich bin doch der, der so wirklich wichtig ist!!
Ich sprenkel’ Dich an, Du stummes, grünes Ding!
In Sicherheit ich Dich ja sicher nicht bring’! -
 
“Hey Mahler, Du Maler, jetzt hör’ doch mal her!
Warum malerst denn Du nur so kreuz und quer?”
“Sei still, sei still, es wird bestimmt noch ganz gut.
Und wenn nicht, es mich nicht wirklich stören tut!”
 
- Oh Elbenfrau, Du schaust mich so forschend an!
Erkannt bin ich, weil ich’s nicht verhindern kann.
Was wirst Du nun tun? Wirst Du mich verraten?
Muß ich dafür wohl in der Hölle braten? -
 
Der Felsenmahler, er senkt seinen Kopf,
sieht aus wie ein farbloser, armer Tropf’!
Wenn auch die Elbenfrau seine Seele erblickt,
bleibt’s Mahler doch selbst, der sich in die Hölle schickt!
                                     
( Veronika Puzio, Juli 2009 )
 
 

Der schillernde Felsenmahler

Zum Hause der Seestraße sich schlich
der Felsenmahler erneut in der Nacht.
Die Tür aus Vesehen wurd’aufgemacht.
“Was kommst Du wieder zu so später Stund’, sprich!”
entgegnen die Bewohner recht ärgerlich.
“Will dem Haus farbig Flecken verpassen!”
“Das wirst Du ganz schnell wieder verlassen!”
 
“Ich bin,”, spricht jener, “zu gehen bereit,
und werde mein Werk nicht wirklich vollenden,
an die Hausverwaltung werd’ ich mich wenden.
Ich will hoffen, daß ihr es später bereut,
daß ihr mich nicht ließet malern um diese Zeit.
Die Verwaltung, sie hatte es mir erlaubt,
doch ihr, ihr habt mich meiner Arbeit beraubt.”
 
Da lächeln die Menschen ganz ohne List
und sprechen nach kaum einem Bedenken:
“Freizeit und Frieden woll’n wir Dir schenken,
doch wisse, daß Du es stets selber bist,
der für Dein Leben verantwortlich ist.
Achtest Du andere Menschen nicht,
Ärger und Not in Dein Leben bricht.!”
 
Der Felsenmahler blickt sie verwundert an.
Drauf denkt er: “Es ist ihnen gelungen,
sie haben das Herz mit bezwungen.
Doch werd’ ich’s nicht sagen, sondern schweigen
und mich ihrem Willen einfach nur beugen.
Ich will, geschickt sei nach Oben die Bitte,
wie sie bald ruhen in meiner Mittte.”
 
 ( Veronika Puzio, Oktober 2009 )
 

 

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